Gewerbliche, Ernährungs- und Sozialwissenschaftliche Schule Sigmaringen

 

 

Comenius

Seit dem Schuljahr 2012/13 ist die Bertha-Benz-Schule Comenius-Schule und nimmt damit am EU-Programm für lebenslanges Lernen teil. In zwei Projekten findet ein Austausch zwischen Schülern aus zwölf Nationen statt.

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40 Jahre TG-Sigmaringen – Absolventen der ersten Stunde berichten aus dem Berufsleben

Anfang der 70er Jahre begannen die Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit der Einrichtung von Beruflichen Gymnasien, um Schülern mit Mittlerem Bildungsabschluss den Weg zum Abitur zu ermöglichen. Mit dabei waren die Sigmaringer. Nach Ulm, Ravensburg und Singen wurde in Sigmaringen im September 1972 das vierte Technische Gymnasium der Region eröffnet. Seither haben im TG rund 1800 Schüler ihr Abitur gemacht und somit die Erfolgsgeschichte des Beruflichen Gymnasiums mitgeprägt. Klaus A. Peter, Schulleiter der GES Sigmaringen, freute sich, aus diesem Anlass ehemalige Schüler der ersten Stunde gemeinsam mit jungen TG-Absolventen am Freitag, den 18. Januar zu einer Informationsveranstaltung begrüßen zu dürfen. Beeindruckt verfolgten die Besucher – Schüler, Eltern und Lehrer – die Vorträge, in denen die Ehemaligen über ihr Studium und über ihren beruflichen Werdegang berichteten. Interessant war vor allem, auf welchen unterschiedlichen Wegen man zum beruflichen Erfolg gelangen kann.

 

v.l.nr.: Schulleiter Klaus A. Peter, Thomas Kugler, Markus Stauß, Jan Lehmann, Bruno Rettich, Günther Renz

Einblicke in die faszinierende Welt der Physik gewährten die ersten beiden Referenten. Bruno Rettich, der zu den ersten Schülern gehörte, die 1972 den Schritt in die neue Schule gewagt haben, studierte nach dem Abitur ein Jahr Physik an der Universität Ulm und vier Jahre Maschinenbau an der FH Augsburg. Seit 1998 leitet er ein eigenes Ingenieurbüro für Windkraftplanung und Maschinenbau.  „Man stolpert über einiges im Leben, wenn man nicht am TG war“, stellte Rettich zu Beginn seines Vortrages fest. Anhand verschiedener Beispiele aus dem Alltagsleben und aus dem Wissenschaftsbetrieb, beschrieb er, wie einem die im TG gelernten physikalischen Formeln  immer wieder weiter helfen können. „Mit ein paar Formeln aus dem TG haben Sie den Überblick“, so das knappe Fazit, das Ansporn für alle TG-Schüler sein könnte, diese Formeln zu lernen.

 

 

Beim zweiten Referenten des Abends, Dr. Günther Renz,  ging der Weg zum heutigen beruflichen Erfolg als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Stuttgart über viele Stationen. Als Hauptschüler in die weiterführende Schule startend, wählte er den Weg zu Mittleren Reife in der Zweijährigen Berufsfachschule für Metall in Sigmaringen und wechselte von dort aus direkt ins TG. Dort faszinierte ihn der Physikunterricht von Reinhold Ruepp so stark, dass er beschloss Physiklehrer zu werden. Er studierte nach dem Abitur Sport und Physik an der Universität Freiburg. Als er von einem Auslandsaufenthalt in den USA mit einer wissenschaftlichen Publikation  zurückkam, wie sie keiner seiner Kommilitonen im Diplomstudiengang vorweisen konnte, war für ihn klar, dass er den Weg in die Forschung gehen wollte. Dieser ist er bis heute treu geblieben, was er mit drei Worten erklären kann: „Physik ist toll“.

 

Mit Thomas Kugler, dem Bürgermeister von Pfullendorf,  konnten die Organisatoren einen prominenten Gast aus der Region für den Vortragsabend zu gewinnen. 1979 machte er sein Abitur im TG. Eigentlich sei es sein Traum gewesen, Luft- und Raumfahrttechnik zu studieren, aber die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt zu Beginn der 80er Jahre habe ihn in die Verwaltung geführt, wo er nach dem Studium zum Diplom Verwaltungswirt mehrere Stationen durchlaufen hat, bevor er 2007 zum Bürgermeister in Pfullendorf gewählt wurde. Angetrieben habe ihn immer der Wille zu gestalten. Das im TG erworbene technische Wissen und die damit verbundenen Methoden bei der Lösung von Problemen, seien dabei immer eine große Hilfe. Den TG-Schülern empfahl Kugler auf jeden Fall einen technischen Beruf zu wählen. Die Berufschancen für Ingenieure seien ausgezeichnet und als TGler hätten sie hier einen super Startvorteil.

 

Jan Lehmann und Markus Stauß haben diese Empfehlung bereits in die Tat umgesetzt. Lehmann, der 2001 Abitur machte, studierte Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart. Mit entscheidend für die Wahl seines Studiengangs sei ein Besuch in Cape Canaveral während seiner Zivildienstzeit in den USA gewesen. Heute arbeitet er als Ingenieur bei Aero Dynamik Consult  an der Entwicklung von Rotorblättern für Windkraftanlagen. Eindrucksvoll führte er in kurzen Filmsequenzen vor, wie die Belastbarkeit der Rotorblätter getestet wird, um eine lange Lebensdauer der Anlagen garantieren zu können. Bei aller Begeisterung für die Technik, betonte Lehmann, wie wichtig für ihn die Erfahrungen seien, die er während seinem Zivildienst beim Umgang mit behinderten Menschen gemacht habe und er ermunterte die Schüler, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen, um die Welt aus einem anderen Blickwinkel kennen zu lernen.

 

Markus Stauß, der jüngste Referent des Abends, studierte nach dem Abschluss am TG im Jahr 2007 Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule in Villingen-Schwenningen. Als SAP Process Manager im Bereich Global Supply Chain arbeitet er inzwischen bei der Firma Bizerba. Für ihn sei die Wahl des Profils Informationstechnik im TG die perfekte Entscheidung gewesen, so Stauß. Während sich Studienkollegen mit den Tücken des Programmierens abmühten, konnte er bequem auf die im TG erworbenen Grundlagen zurückgreifen. In seiner aktuellen Tätigkeit reize ihn am meisten, Programme zu entwickeln, die ein Unternehmen im Alltag braucht und die einem Sachbearbeiter die Arbeit erleichtern.

 

Das übereinstimmende Fazit der Referenten am Ende war, dass man für den beruflichen Erfolg Durchhaltevermögen braucht, aber auch die nötige Portion Gelassenheit, wenn die Dinge mal nicht so laufen, wie man sie sich vorstellt. Auf jeden Fall sollten sich die TG-Schüler bei der Wahl ihres Studienfaches auf ihr Gefühl verlassen und den Mut haben, etwas auszuprobieren.

 

Peter Schnurr, Abteilungsleiter des Beruflichen Gymnasiums, und Urban Eschbach, Vorsitzender des Fördervereins, bedankten sich bei den Referenten für die vielseitigen Informationen, die den jetzigen TG-Schülern Orientierung bei ihrer Berufswahl geben können.

 

 

Johannes Abt und Simon Kleiner eröffneten den Abend musikalisch.