Gewerbliche, Ernährungs- und Sozialwissenschaftliche Schule Sigmaringen

 

 

Comenius

Seit dem Schuljahr 2012/13 ist die Bertha-Benz-Schule Comenius-Schule und nimmt damit am EU-Programm für lebenslanges Lernen teil. In zwei Projekten findet ein Austausch zwischen Schülern aus zwölf Nationen statt.

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Vernissage im TG

Aqua, agua, voda, vann, su – viele Bezeichnungen für ein Lebenselixier – Wasser. 30 Schülerinnen und Schüler der Eingangsklasse  Technik & Management des Technischen Gymnasiums haben sich in einem fächerübergreifenden Projekt mit dieser lebensnotwendigen Ressource beschäftigt und die Ergebnisse am Freitag, den 1. März in einer Vernissage vorgestellt.

 

Wasser - eine Ressource, die im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern nicht ersetzbar ist, ein Grund für die Vereinten Nationen, den Anspruch auf sauberes Wasser zum Menschenrecht zu erklären. Meist steht bei dieser Thematik der von extremer Wasserknappheit bedrohte afrikanische Kontinent im Fokus der Betrachtung. Als Teilnehmer am Comenius-Programm der Europäischen Union haben die  Schüler der EK TM den Blickwinkel auf die zwölf europäischen Länder Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Litauen, die Niederlande, Norwegen, Rumänien, Spanien, die Tschechische Republik und die Türkei, die am multilateralen Schulprojekt teilnehmen, gerichtet.

 

Dietmar Lehmann, der stellvertretende Schulleiter, freute sich die Familien und Lehrer der Schülerinnen und Schüler zu dieser Projektpräsentation begrüßen zu dürfen. Gleich in der Begrüßungsrede zeigte sich der internationale Charakter der Veranstaltung. In Englisch stellten Tina Boss und Simon Baumeister die Idee des Projektes vor und luden die Besucher zum Rundgang durch die Ausstellung ein.

 

Mit viel Kreativität hatten die einzelnen Gruppen Markstände gestaltet, an denen sie die Ergebnisse der Projektearbeit, ausgestattet mit bestens präparierten Karteikarten oder sogar im freien Vortrag, in Englisch präsentierten. So konnten die Gäste nicht nur vielfältige Informationen zum Thema Wasser erhalten, sondern nebenbei ihr Englisch mal wieder auffrischen.

 

Auf Landkarten und Fotos zeigten die Schülerinnen und Schüler die Quellen der Trinkwasserversorgung und touristische Ziele am Wasser in den einzelnen Ländern sowie Häfen und Flüsse, die zum Gütertransport genutzt werden. Am Stand der Türkei und der Niederlande konnte man per Knopfdruck wichtige Standorte auf der Landkarte sogar selbst beleuchten. Merkt man einen Unterschied zwischen einem norwegischen Premium-Voss-Wasser und einem viel billigeren deutschen Mineralwasser? Das konnten die Besucher am nächsten Stand ausprobieren.

 

Dass Wasser für den Tourismus eine große Rolle spielt, wurde mit einfallsreichem Anschauungsmaterial demonstriert. Während eine Gruppe ein Kanu, das schon viele Kilometer auf der Donau zurückgelegt hat, ins Klassenzimmer gehievt hatte, verdeutlichte ein leerer Pool beim nächsten Team, dass der hohe Verbrauch von Wasser in diesem Bereich in Ländern wie Spanien ein riesiges Problem darstellt.

 

Aber nicht nur bei Urlaubsreisen hinterlassen wir damit unseren ökologischen Fußabdruck, sondern auch beim Konsum vieler Produkte verbraucht man oft unglaubliche Mengen an Wasser. Die Schülerinnen und Schüler, die sich mit der Bedeutung des Wassers in der Landwirtschaft beschäftigt hatten, ließen die Gäste schätzen, wie viel Wasser zur Produktion von Tomaten, Getreide, Mais, Wein und Fleisch benötigt wird. Auch wer geahnt hatte, dass es viel ist, war angesichts der hohen Zahlen überrascht.

 

Die positive Seite der Wassernutzung als regenerative Energiequelle war ein weiterer wichtiger Aspekt, mit dem sich die Schülerinnen und Schüler beschäftigt hatten. Anhand selbst gebauter Modelle erklärten sie die Funktionsweise verschiedener Kraftwerkstypen. Zu sehen war beispielsweise ein Pumpspeicherkraftwerk, das in Bergregionen ideale Vorrausetzungen vorfindet. In einem anderen Schülermodell war gleich eine ganze Landschaft mit Stausee, Strand, landwirtschaftlichem Betrieb und Leitungen zur Trinkwasserversorgung nachgebaut, das nochmal das ganze Spektrum der Wassernutzung eindrucksvoll vor Augen führte.

Unterstützt bei der Vorbereitung der Vernissage wurde die Klasse von den europäischen Partnern des Comenius-Projektes. In E-Mails und Briefen informierten Schülerinnen und Schüler aus den Partnerschulen über das Thema Wasser in ihrer Region. Dass dabei auch eine Mail in Norwegisch war, deren sprachliche Hürde die Sigmaringer Schüler nicht überwinden konnten, wird wohl als kleine Anekdote in die Geschichte des europäischen Austausches eingehen.

„You did a great job“, knapp und treffend bedankte sich Englischlehrerin Heike Friedrich bei den Schülerinnen und Schülern für die vielfältigen Informationen zum Thema Wasser. Deutlich wurde, dass viele Probleme in den zwölf europäischen Ländern nur grenzüberschreitend durch Zusammenarbeit auf europäischer Ebene gelöst werden können. Die Sensibilisierung der jungen Generation für solche Fragen steht auch im Mittelpunkt des Comenius-Programms.  

Als Anerkennung für ihre Leistung überreichten die am Projekt beteiligten Lehrer, Urban Eschbach, Heike Friedrich, Patricia Grässle und Bettina Miller jedem Schüler ein Zertifikat für sein persönliches Portfolio. 

 

Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Bläserduo mit Maximilian Lipp und Lukas Rädle sowie von Theresa Widmer mit Gesang, begleitet durch Anna-Sophie Beck am Piano.

 

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