Messebesuch der angehenden Landwirte

Am 13.11.15 machten sich über 20 Schüler aus der L2LW und L3LW gemeinsam mit ihren Lehrern Verena Häußler und Ulrich Baderschneider  auf den Weg nach Hannover zur AGRITECHNICA 2015. Dieses Jahr wurden auf der weltgrößten, international ausgerichteten Landtechnikmesse 400 000 Besucher erwartet, die sich über innovative Neuentwicklungen von mehr als 2 900 Ausstellern aus 52 Ländern informieren konnten. Von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) eingeladen, bekamen die landwirtschaftlichen Berufsschüler freien Eintritt.

Erster Anlaufpunkt auf der Messe war eine Führung zum Thema Futtererntemaschinen auf dem Stand der Firma CLAAS. Dabei wurde die Gruppe sowohl über bewährte Technik als auch über innovative Neuerungen im Detail aufgeklärt. Besonders deutlich herausgestellt wurde bei dieser Gelegenheit vom Hersteller, dass es keine Rolle spielt, ob ein Modell drei oder 14 Meter Arbeitsbreite hat – die Erkenntnisse aus dem Bereich der Forschung und Entwicklung fließen überall mit ein und die für die Arbeitsqualität ausschlaggebenden Komponenten sind immer dieselben. Im Anschluss an die Führung konnten die Schüler ihre eigenen Interessen – oder die ihrer Betriebe – verfolgen. So reichten die Schwerpunkte von einem mobilen Behandlungsstand und gleichzeitigen Transportwagen für Schafe über Kartoffellegemaschinen und Gülleaufleger bis hin zu den neuen Baureihen der Traktoren, Häcksler und Mähdrescher. Obwohl gigantische Maschinen, wie der neu vorgestellte Fendt 1000 Vario mit 380 bis 500 PS mächtig Eindruck schindeten, war der Tenor der diesjährigen Messe, dass die Grenzen der Stärke und Breite weitgehend erreicht seien.

Die wichtigsten Neuheiten der Messe gab es im Bereich „Smart Farming“. So wurde das internetbasierte Connected-Crop-Protection von John Deere mit einer Goldmedaille von der DLG ausgezeichnet. Hierbei arbeiten erstmals verschiedene Software- und Gerätekomponenten sowie ein Internetportal aufeinander abgestimmt zusammen. Dieses System berücksichtigt nicht nur Informationen über die Behandlungsfläche, sondern auch über angrenzende schützenswerte Bereiche. Dementsprechend wird eine Applikationskarte erstellt, nach welcher die Isobus-Spritze unter Berücksichtigung von Anwendungsbestimmungen des Mittels gesteuert wird. Nebenbei dokumentiert es die Maßnahme lückenlos, zur Kontrolle und für spätere Auswertungen.

Die Möglichkeiten im Bereich ISOBUS und Smart Farming sind so vielfältig und interessant, dass sogar BOSCH Deepfield Robotics – ein Startup-Unternehmen – gegründet wurde und ebenfalls eine Silbermedaille für das „Deepfield Connect – Asparagus Monitoring“ erhielt. Die meisten von der DLG verliehenen Medaillen zeichnen Innovationen im Bereich der automatischen Maschinenüberwachung und -einstellung aus. Neben der Entlastung des Fahrers können mit dem optimalen Betriebspunkt der Verschleiß reduziert und Treibstoff eingespart werden.

Nach einem anstrengenden, aber informativen Messetag nahm die Gruppe wieder den direkten Weg zurück ins Ländle.

 

Verena Häußler