Verabschiedungen an der Bertha-Benz-Schule

65 Jahre Schuldienst an den beruflichen Schulen in Sigmaringen – auf diesen Erfahrungsschatz müssen Schüler und Lehrer der Bertha-Benz-Schule im nächsten Schuljahr verzichten. Das Kollegium verabschiedete am letzten Schultag Dietmar Lehmann und Gisela Bruszt in den Ruhestand.

Als Dietmar Lehmann 1991 an die Gewerbliche Schule Sigmaringen kam, hatte er bei der Bundeswehr und bei der Firma Siemens schon vielfältige Berufserfahrungen gesammelt, die er von Anfang an mit vollem Engagement in die Schule einbrachte. Schnell übernahm er die Leitung der Elektroabteilung. Seit 2000 in der Schulleitung prägte er ab 2004 die Entwicklung der Schule als stellvertretender Schulleiter maßgeblich. In dieser Position zeigte er einen unermüdlichen Einsatz, der weit über den Schulalltag hinaus bleibende Wirkung hinterließ. 1994 übernahm er die Koordination der Schulpartnerschaft mit dem Beruflichen Schulzentrum im sächsischen Löbau, die viele Begegnungen zwischen Schülern und Lehrern ermöglichte. Wer sich auf einen Spaziergang an der Donau begibt, der begegnet Brückenpfeilern, die Schüler der Bertha-Benz-Schule im Rahmen der Gartenschau kreativ gestaltet haben, was ohne Lehmanns Überzeugungsarbeit bei der Stadt nicht möglich gewesen wäre. Bei der größten Herausforderung in der jüngeren Schulgeschichte, der Schulfusion, war er „ein unersetzbarer Mann in der Schulleitung, der mit seiner natürlichen Autorität und seinem Humor auch die schwierigsten Aufgaben gemeistert hat“, so Schulleiter Klaus A. Peter bei der Verabschiedung. Ein persönliches Engagement, das weit über die beruflichen Aufgaben hinausging, entwickelte Dietmar Lehmann, als die Schule in den Sommerferien 2014 kurzerhand ein schulisches Angebot für rund 50 Flüchtlinge schaffen musste. Es war und ist ihm ein großes Anliegen, den jungen Menschen hier eine Perspektive zu bieten und dafür setzt er sich auch weiterhin alle Hebel in Bewegung. 

Gisela Bruszt war 38 ihrer 40 Dienstjahre Lehrerin in Sigmaringen. Sie  kam 1977 an die Haus- und Landwirtschaftliche Schule und war vom ersten bis zum letzten Tag „Vollblutlehrerin“. Ihr Herz hing an der Sibylla-Merian-Schule, aber als die Schulfusion beschlossene Sache war, blickte sie wie immer zuversichtlich in die Zukunft und setzte sich voll und ganz für die Zusammenführung der beiden so unterschiedlichen Schulen ein. Die Haupttriebfeder ihres Handelns waren dabei immer ihre Schüler. Es war ihr wichtig, dass sie gerne in die Schule kommen und sich wohlfühlen. Und auch wenn ihr vielfältiges Engagement weit über den Schullalltag hinausging, war ihr der Unterricht immer am wichtigsten. Sie liebte die Diskussionen mit ihren Schülern in ihrem Geschichts- und Gemeinschaftskundeunterricht und das Grundgesetz immer in der Tasche lag ihr besonders die Vermittlung von Werten und die Gedankenfreiheit am Herzen.

Margaretha Kleiser kam 1989 an die Sibylla-Merian-Schule. Schon in ihrer ersten Beurteilung war zu lesen, dass sie jederzeit bereit ist, Sonderaufgaben zu übernehmen. Unter unzähligen dieser Sonderaufgaben, galt ihr intensivstes Engagement ihrer Arbeit im Personalrat der Sibylla-Merian-Schule, die sie nach der Schulfusion nahtlos in der Bertha-Benz-Schule fortsetzte und zur Vorsitzenden gewählt wurde. Bei der Schulfusion blickte auch Frau Kleiser immer in die Zukunft und setzte sich für die gelingende Zusammenführung voll ein. Jetzt sucht sie eine neue Herausforderung als Referentin im Ministerium in Stuttgart.

 

Mit Harald Hain verlässt ein Fels in der Brandung der Abteilung Sozialpädagogik die Bertha-Benz-Schule. 2006 kam der Tübinger nach Sigmaringen. Als Meister des Wortwitzes erheiterte er manch trockene Sitzung in der Abteilung. Federführend entwickelte er zusammen mit den Ausbildern die Praxiskonzeption für die Ausbildung der Erzieherinnen. Mit seiner theaterpädagogischen Arbeit setzte er bleibende Akzente und ließ dabei die Jugendlichen immer wieder über sich selbst hinaus wachsen. Jetzt kehrt er zurück nach Tübingen und wird eine Lücke bei den Sigmaringer Sozialpädagogen hinterlassen.

 

Stefanie Wolf startete 2010 ihren Vorbereitungsdienst in der Sibylla-Merian-Schule in den Fächern Englisch und Gemeinschaftskunde. Ihr außerunterrichtliches Engagement galt der Schulentwicklung und dem Comenius-Projekt. Im neuen Schuljahr setzt sie ihre pädagogische Arbeit in Pforzheim fort.

 

 

Kalliopi Karra kam nach ihrem Einsatz im Auslandsschuldienst in Athen an die Bertha-Benz-Schule. Sie unterrichtete die jungen Asylbewerber in den VABO-Klassen. Nun kehrt sie zurück ans Gymnasium, wo sie wieder Französisch und Russisch unterrichten wird.

Bericht: Bettina Miller