Studienfahrt nach Barcelona

Barcelona wurde laut Legende um 1153 vor Christus, also 400 Jahre vor Gründung der Stadt Rom durch Hercules erbaut. Die nordöstliche Großstadt am Mittelmeer liegt auf dem 41. Breitengrad 572 m über dem Meeresspiegel. Die Gesamtfläche der vorhandenen Fußgängerzonen erstreckt sich über 260 Fußballfelder abzüglich der Bürgersteige. Wichtig zu erwähnen ist, dass es im Monat Mai des Jahres 1983 insgesamt 8,5 Regentage zu verzeichnen gab. Laut Statistik hat jeder dritte männliche Einwohner Barcelonas eine Laktoseintoleranz und weiß aber nichts davon und die Postleitzahl lautet 08001–08042.

Wer sich eine Studienfahrt als stressigen Schulausflug, rund um die Uhr vollgepackt mit solch überlebenswichtigen Fakten und Info´s vorstellt, der war noch nie mit uns, der JS1SG1 in Barcelona!

Montagmorgen 8:20 Uhr - noch schnell ein paar Unterhosen ins Handgepäck geschmissen und Vamos a la Großstadtmetropole. Noch schnell die obligatorischen Überlegungen der Mamas, ob auch ja genug Vesper für die beschwerliche Reise eingepackt wurde und schon tuckerten wir gemeinsam mit Frau Klotz und Herrn Orlik mit Bus und Bahn in Richtung Stuttgarter Flughafen. Dort angekommen wurden unsere vier Buchstaben gut eineinhalb Stunden später ordentlich in den Flugzeugsitz gedrückt und wir hoben endlich ab. Die Landschaft wurde kleiner und kleiner, bis wir schließlich bei strahlendem Sonnenschein in Barcelona wieder landeten. Leider zehrte das viele Kaugummikauen im Flugzeug so an unseren Kräften, dass wir nur noch unser Zimmer beziehen und danach den Abend in einem kleinen Restaurant mit reichlich gutem Essen ausklingen lassen konnten.

Der Dienstagmorgen begann nach dem Frühstück mit einer Stadtführung, die von einem sehr fachkundigen Reiseführer abgehalten wurde. Er führte uns entlang der Altstadt, dem Barrio Gòtico zur Kathedrale und erzählte uns viel Wissenswertes über die Schutzpatronin Eulàlia der Stadt. In diesem Altstadtviertel Barcelonas schlängelten wir uns durch viele kleine Gassen, in denen unter anderem auch der Film „Das Parfüm“ gedreht wurde und an jeder Ecke befanden sich in den aufwändig restaurierten Gebäuden kleine Läden, Cafés oder die ein oder andere Tapasbar. Unsere Tour ging weiter über die kilometerlange Einkaufstraße la Rambla und den sehenswerten Mercat de la Boqueria, der alles zu bieten hat, was das kulinarische Herz oder der seit dem Frühstück ausgehungerte Magen von 27 Schülern begehrt. Früchte, Schokolade, Käse und Schinken bis hin zu spanischen Churros werden an unzähligen kleinen Verkaufsständen angeboten.

Immer wieder machte uns der Tourguide auf die vielen Skulpturen und Bauwerke des bekannten Architekten Antoni Gaudí aufmerksam, welcher durch seine Arbeit maßgeblich zur Schönheit der Stadt Barcelona beitrug. Nachdem sich der freundliche Stadtführer verabschiedet hatte, bekamen wir den Nachmittag zur freien Verfügung und viele von uns entschieden, sich am Strand die Kellerbräune etwas zu ruinieren. Das Mittelmeer war zwar noch ein wenig frisch, doch ein paar Mutige unter uns hechteten sofort knöcheltief in die Wellen. Auch der zweite Tag ließ den Großteil am Abend müde ins Bett plumpsen. 

Für den Mittwoch stand eine Fahrt mit der Seilbahn auf den bekannten Aussichtspunkt Montjuïc  und die Besichtigung des Olympiastadions auf dem Programm. Nachdem wir eine atemberaubende Aussicht über die ganze Stadt in der Seilbahn genießen durften, mussten wir leider am eigenen Leibe spüren, dass eine noch bessere Aussicht, wie sie uns auf dem Montjuïc erwartete, oftmals damit verbunden ist logischerweise den Berg hinauflaufen zu müssen. Natürlich war das ein Kinderspiel für uns und oben angekommen wurde die Anstrengung durch den Ausblick in Sekundenschnelle wieder gut gemacht. Die Fußballfans unter uns kamen nach der Besichtigung des Olympiastadions dann noch im Camp Nou voll und ganz auf ihre Kosten und wie es in der Natur einer Schulklasse mit hohem Mädchenanteil  eben so liegt, wurde in der Innenstadt gegen Ende des Tages noch eine ausgiebige Shoppingeinheit miteingebaut.

Einer der Höhepunkte im Programm war der Besuch der Sagrada Familia am Donnerstag, welche seit rund 190 Jahren gebaut wird und planmäßig im Jahre 2026 fertiggestellt werden soll. Vor der 170m großen Basilika wirkten wir wohl wie Spielzeugfiguren. Bevor es wieder ans Kofferpacken ging schauten wir uns noch die bekannten Wasserspiele in Barcelona an. Nun war es Freitagmorgen und es hieß für uns Vamos a la Heim zur Familie und wir tauschten spanische Tapas wieder in Leberkäswecken und Butterbrezeln um. Alle sind sich einig, die Tage in Spanien haben uns noch enger zusammengeschweißt und wir konnten ein wenig mehr von der Welt entdecken.