Gewerbliche, Ernährungs- und Sozialwissenschaftliche Schule Sigmaringen

 

 

Comenius

Seit dem Schuljahr 2012/13 ist die Bertha-Benz-Schule Comenius-Schule und nimmt damit am EU-Programm für lebenslanges Lernen teil. In zwei Projekten findet ein Austausch zwischen Schülern aus zwölf Nationen statt.

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Thomas Bareiß diskutiert über soziale Gerechtigkeit

Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums der Bertha-Benz-Schule haben Thomas Bareiß, den Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Zollernalb-Sigmaringen, zu einer Diskussion über soziale Gerechtigkeit in die Schule eingeladen. Im Religionsunterricht hatten sie sich mit ihrem Fachlehrer Albin Bleicher mit dem Thema beschäftigt. Ein Zeitungsbericht über die Berufung von Bareiß zum parlamentarischen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium und die Informationen über das damit verbundene stattliche Gehalt des Politikers hatte sie auf die Idee gebracht, den Politiker direkt zur Thematik der sozialen Gerechtigkeit zu befragen.

Schulleiter Christian Roth begrüßte Thomas Bareiß gemeinsam mit Patricia Bischofberger, die die Durchführung der Veranstaltung von Herrn Bleicher übernommen hatte. Bareiß berichtete zunächst über seinen Weg zum Politikerberuf. Das Schlüsselerlebnis sei für ihn der Mauerfall und der schnelle Weg zur deutschen Einheit unter Kanzler Kohl gewesen. Als 15-Jährigen habe ihn fasziniert, was man als Politiker alles bewegen könne. Zunächst sei Politik ein großes Hobby für ihn gewesen. Mit der Wahl zum Wahlkreisabgeordneten der CDU gelang Bareiß mit 30 Jahren der Sprung zum Bundestagsabgeordneten und damit zum Berufspolitiker. Seine Berufung zum Staatssekretär stellt nun seinen zweiten Karrieresprung dar. Dieses Amt bedeutet für Bareiß einen vollen Terminkalender, aber natürlich auch ein gutes Einkommen, was er unverblümt einräumte. Den Schülern wurde aber schnell klar, dass geregelte Arbeitszeiten, ein Achtstundentag, eine Siebentagewoche und ein freies Wochenende Fremdwörter für den Politiker sind. 

Die Schüler interessierten sich dann auch weniger für das Einkommen von Bareiß, sondern vielmehr für Ungerechtigkeiten bei der Entlohnung verschiedener Berufe und bei Ausbildungskosten. Dass vor allem soziale Berufe sehr benachteiligt sind, beklagten Schüler des sozialwissenschaftlichen Gymnasiums, die oft eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich anstreben. Bareiß teilte die Sichtweise der Schüler teilweise und bestätigte, dass hier Handlungsbedarf bestünde, aber konkrete Vorschläge zur Beseitigung dieser Missstände konnte auch er den Schülern nicht präsentieren. Für die Schüler hatte sich die Einladung des Bundestagsabgeordneten aber dennoch gelohnt, denn einen Politiker hautnah zu erleben und mit ihm zu diskutieren, ergibt andere Einblicke in den Politikbetrieb als die Berichterstattung in den Medien. Die Schüler bedankten sich bei Thomas Bareiß für seinen Besuch und überreichten ihm einen Obstkorb als Geschenk. 

Text und Fotos: Bettina Miller