Gewerbliche, Ernährungs- und Sozialwissenschaftliche Schule Sigmaringen

 

 

Comenius

Seit dem Schuljahr 2012/13 ist die Bertha-Benz-Schule Comenius-Schule und nimmt damit am EU-Programm für lebenslanges Lernen teil. In zwei Projekten findet ein Austausch zwischen Schülern aus zwölf Nationen statt.

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In der goldenen Stadt auf den Spuren David Cernys

Davon, dass Prag eine der schönsten europäischen Metropolen ist, konnten sich dieses Jahr die Schüler der Klassen SG2 und TM der Jahrgangsstufe 1 überzeugen. Der erste Höhepunkt der Reise war der Besuch der Prager Burg, die zeitgleich der Regierungssitz des tschechischen Präsidenten ist. Zur Sicherheit des Staatsoberhauptes ist hier eine Wache stationiert, deren schicke Uniformen man bestaunen kann, wenn der stündliche Wachwechsel von den mit Bajonetten ausgestatteten Soldaten vollzogen wird. Dass die Sache neben dem Kostümevent auch einen ernsten Aspekt verfolgt, wird klar, wenn man die Sicherheitsschleusen passieren muss und die zusätzlichen modern bewaffneten Soldaten in der Burganlage sieht. Neben dem gotischen Veitsdom, in dem auch dem heiligen Nepomuk gedacht wird, kann man in der Burg das goldene Gässchen und auch eines der Fenster bestaunen, das für einen der berühmten Pragerfensterstürze geöffnet wurde. Besonders beeindruckt waren die Schüler am zweiten Tag vom Jan Palach-Denkmal. Dort gedenkt man eines Studenten, der sich aus Protest gegen die politischen Zustände nach dem Prager Frühling an dieser Stelle 1969 selbst verbrannt hat.

Allen in Erinnerung bleiben wird sicher auch der Besuch der deutschen Botschaft. Im Garten und in den Räumen des barocken Palais Lobkowitz waren im September 1989 zeitweise bis zu 4000 DDR-Bürger, die hier auf ihre Ausreise in die BRD hofften. An die abenteuerliche Flucht der DDR-Bürger erinnert eine Skulptur von David Cerny, die einen Trabi auf vier Beinen zeigt.
Bei einem Spaziergang durch Prag konnten danach noch weitere Kunstwerke des umstrittenen Künstlers bestaunt werden. Am besten in Erinnerung bleiben wird den Schülern sicher die tschechische Ausgabe des Manneken Pis, welche im Hof des Kafka Museums zu bestaunen ist. Hier urinieren zwei männliche Figuren in ein Becken, das bei genauerem Hinsehen die Konturen der tschechischen Republik hat.

Am letzten Tag standen neben dem Besuch des Petrin-Hügels, der mit einer Standseilbahn erklommen wurde, und des dortigen Aussichtsturms auch ein Abstecher zur John Lennon-Wall auf dem Programm. Die Mauer, die dem Malteser Orden gehört, wurde zunächst mit einem John Lennon Graffiti und Beatles Liedtexten versehen. Als dann Prager Studenten zusätzlich ihre Beschwerden über die Regierung auf die Mauer schrieben, kam es 1988 zu Zusammenstößen mit der Polizei. Inzwischen verändert die Mauer praktisch täglich ihr Aussehen, weil Menschen aus aller Welt hier ihre Wünsche und Gedanken verewigen dürfen.
Die goldene Stadt war eine Reise wert und wird allen Beteiligten sicher in guten Erinnerung bleiben.

Text und Fotos: Sascha Baier