Gewerbliche, Ernährungs- und Sozialwissenschaftliche Schule Sigmaringen

 

 

Comenius

Seit dem Schuljahr 2012/13 ist die Bertha-Benz-Schule Comenius-Schule und nimmt damit am EU-Programm für lebenslanges Lernen teil. In zwei Projekten findet ein Austausch zwischen Schülern aus zwölf Nationen statt.

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Verabschiedungen an der Bertha-Benz-Schule

118 Jahre Schuldienst an den beruflichen Schulen in Sigmaringen – auf diesen Erfahrungsschatz müssen Schüler und Lehrer der Bertha-Benz-Schule im nächsten Schuljahr verzichten. Zum Ende des Schuljahres verabschiedete das Kollegium Ute Dürl-Berkholz, Dieter Gall und Erich Matt in den Ruhestand.

Ute Dürl-Berkholz kam 1980 an die Sibylla-Merian-Schule. Dort hat sie den Aufbau der Fachschule für Sozialpädagogik wesentlich mitgeprägt. Die diplomierte Sozialpädagogin hatte vor ihrem Studium selbst eine Ausbildung als Erzieherin gemacht, so dass sie viele eigene praktische Erfahrungen in den Schuldienst mitbrachte und in der Erzieherinnenausbildung einbringen konnte. Seit den Anfängen der Fachschule für Sozialpädagogik in Sigmaringen gab es unzählige Reformen des Lehrplanes und der Arbeitsformen, die die  Sozialpädagogin mitgetragen und mitgestaltet hat. Beim Aufbau des  Kooperationsforums im Jahr 2004, nach der Teilnahme der Sibylla-Merian-Schule an einem bundesweiten Modellversuch in der Fachschule  für Sozialpädagogik, wurde dieses als Konsequenz für eine mit den Praxiseinrichtungen verzahnte Ausbildung eingeführt. Mitgetragen  und inhaltlich ausgestaltet wurde das Forum, das die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Theorie und Praxis in der Erzieherinnenausbildung bis heute noch in regelmäßigen Arbeitssitzungen sichert, von Ute Dürl-Berkholz. Ihre ganz besondere Leidenschaft galt aber der Jugend- und Kinderliteratur. In allen Handlungsfeldern der Erzieherinnenausbildung vermittelte sie deren sozialpädagogische Inhalte und übertrug ihre Begeisterung für die Literatur auf die Auszubildenden. 

Dieter Gall und Erich Matt vollendeten beide 40 Dienstjahre an der Bertha-Benz-Schule. Gall trat 1982 nach seinem Studium der Germanistik und der Romanistik in der Gewerblichen Schule in Sigmaringen seinen Schuldienst an. Während er sich erst einmal an die vielfältigen Gerüche und Geräusche aus den Werkstätten der Schule gewöhnen musste, fühlte sich der gelernte Raumausstatter Erich Matt, der selbst aus einer Handwerkerfamilie stammt, von Anfang an wohl in vertrauter Umgebung. In allen Schularten unterrichtete Gall die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Gemeinschaftskunde und Wirtschaftskunde sowie Französisch und Ethik in der Oberstufe. Lange Jahre arbeitete er außerdem im Team der Bücherverwaltung der Schule. Seine besondere Leidenschaft gilt aber Frankreich und der französischen Sprache und so war es ihm immer ein Anliegen auch über den Französischunterricht hinaus den Schülern die französische Kultur näher zu bringen. Er begleitete die Schüler immer wieder auf Studienfahrten und Schullandheimen  nach Paris, an die Côte d´Azur und in die Provence, wo er sie in den Reichtum der französischen Kultur einführte und auch gelegentlich mit ihnen auf den Spuren des Duftgenies Grenouille aus dem Roman „Das Parfum“ von Patrick Süßkind durch Grasse wandelte. Dieter Galls fachliche Kompetenz war immer wieder gefragt und wird es sicher auch im Ruhestand noch sein, wenn die Verlage neues Unterrichtsmaterial für die Prüfungsvorbereitung im Fach Deutsch herausbringen. Mit seiner neuesten Unterrichtshilfe zum „Steppenwolf“ haben sich viele Schüler in Baden-Württemberg auf die letzte Abiturprüfung vorbereitet.  

Erich Matt entschied sich nach seiner Berufsausbildung dazu, Bauingenieurwesen und Physik zu studieren. Nach dem Studium trat er 1980 das Referendariat in der Gewerblichen Schule an. In den Anfängen war Matt noch im Fachunterricht in den Bauberufen im Einsatz. Schon bald aber galt sein volles Engagement dem Physikunterricht. Viele Schülergenerationen führte er hier zur Abiturprüfung und begleitete immer wieder Projekte und Versuche im Rahmen des Seminarkurses.  Nicht wenige TG-Schüler konnte Matt so für sein Fach begeistern, dass sie nach dem Abitur selbst Physik studierten. Nie beschränkte sich der passionierte Physiklehrer nur auf die Erfüllung des Lehrplans. Neueste Forschungserkenntnisse einzubeziehen war für ihn eine Selbstverständlichkeit. Dazu gehörte auch die jährliche Exkursion mit interessierten Schülern ins Paul Scherrer Institut, dem größten Forschungsinstitut für Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz. Wichtig für Erich Matt war dabei immer, den Blick seiner Schüler über die naturwissenschaftliche Betrachtung hinaus zu öffnen und die Forschung und neue Entwicklungen kritisch zu hinterfragen. 

Neben den Pensionären verlassen vier weitere Kollegen die Bertha-Benz-Schule zum Ende des Schuljahres. Daniel Sessler, der sein Referendariat in den Fächern Fertigungstechnik und KFZ-Technik absolviert hat, hat sich für ein Berufsangebot der freien Wirtschaft entschieden. Die Englisch-,Spanisch und Religionslehrerin Sarina Eisele wechselt nach dreijährigem Einsatz in der Schule ins Hohenzollern-Gymnasium. 

Etienne Brugger, der Deutsch und Englisch in Sigmaringen unterrichtet hat, wird im nächsten Schuljahr in Tuttlingen im Einsatz sein. In die benachbarte Ludwig-Erhard-Schule wechselt Patricia Bischofberger, wo die Wirtschaftspädagogin ihr Fach schwerpunktmäßig unterrichten kann.  Schülern und Kollegen der Bertha-Benz-Schule wird Frau Bischofberger, die mit ihrer Offenheit, ihrer Herzlichkeit und mit ihrer fast grenzenlosen Energie das Schulleben bereichert hat, sicher fehlen.

Text und Fotos: Bettina Miller