Gewerbliche, Ernährungs- und Sozialwissenschaftliche Schule Sigmaringen

 

 

Urenkelin Jutta Benz kommt zum Festakt

Die Urenkelin der Namensgeberin ist am Donnerstag nach Sigmaringen gekommen, um die Gewerbliche, Ernährungs- und Sozialwissenschaftliche Schule beim offiziellen Festakt in Bertha-Benz-Schule zu benennen. Viele der knapp 1800 Schüler, die Vertreter der Schule, des Landratsamtes und der Daimler AG feierten Bertha Benz und ihre Schule.

Schüler hatten sich der Zeit von Bertha Benz (1849 bis 1944) gemäß angezogen oder schwenkten witzige selbst gebastelte Fähnchen, als ihre Urenkelin Jutta Benz sich auf den Patent-Motorwagen Nr. 1 setzte und mit Schulleiter Klaus A. Peter vom Ende des Pausenhofes zum Eingang fuhr. Zuvor ließen Schüler die historische Fahrt von Mannheim nach Pforzheim Revue passieren. Unter dem Beifall der Zuschauer lenkte Jutta Benz das Mobil.

Dass „Frau und Technik“ sehr gut zusammenpassen, fand auch Schulleiter Peter bei seiner Begrüßungsansprache: „Die Schule trägt zukünftig einen großen Namen, wir werden sorgsam damit umgehen, er passt wie kein anderer zu uns.“ Technik und Praxisbezug spielten eine große Rolle, aber auch Empathie und Soziales, somit passe Bertha Benz zur Heterogenität der Schule. Dass bei der Namensgebung alles recht schnell und reibungslos verlaufen sei, habe ihn besonders gefreut.

Auch Landrat Dirk Gaerte zollte Bertha Benz höchstes Lob: „Als die Fahrt nicht mehr weiterging, half sie sich mit Haarnadel und Strumpfband: Frauen sind in allen Lebenslagen tough und toll“, und erntete gleich von den Schülern begeisterten Applaus. Die Schule beherbergt unterschiedliche Schultypen, die praxisorientierte Ausbildung bildet dabei einen wichtigen Teil, insofern sei ein Name, der das Technisch-Gewerbliche mit dem Sozialen verbinde, die beste Wahl.

Für die Daimler AG Stuttgart sprach Thomas Fröhlich. Er ist der „Communications Director Global Corporate Media & Marketing”. Die Firma hat nach der Anfrage der Schule und des Landkreises dem Namen zugestimmt, aber erst das Einverständnis von Jutta Benz ließ aus dem Wunsch Realität werden. Fröhlich zitierte Carl Benz: „Meine Frau war wagemutiger als ich.“ Auf ihrem Weg am Steuer von Mannheim nach Pforzheim wurde sie von ihren Söhnen Eugen (Großvater von Jutta Benz) und Richard begleitet. Vor Kurzem fuhr diesen Weg ein Mercedes „autonom“. Ein kurzer Film zeigte diese Fahrt, bei der die Technik den Menschen „ersetzte“. Er brachte als Geschenk ein Portrait der Namengeberin mit.

Nach den Reden enthüllten Jutta Benz und Landrat Gaerte das neue Logo der Schule. Es ist blau und zeigt in einer grafischen Darstellung links den Kopf von Bertha Benz und rechts den Schriftzug Bertha-Benz-Schule. Im Anschluss ließen Schüler vom Pausenhof 600 Luftballons in die Welt fliegen. Schülersprecher Mathias Bitzer, der die Moderation des Festaktes übernommen hatte, kündigte die „Erzählungen aus der Familiengeschichte“ von Jutta Benz als „das Ereignis“ des Tages an. Und tatsächlich erfuhren die Zuhörer ganz Persönliches von Carl und Bertha Benz und ihren Nachkommen. Bertha sei der eigentliche Chef im Hause gewesen, auch wenn sie nach ihrer Pionierfahrt mit dem T3 später nicht mehr am Steuer gesessen hätte: „Wenn die auf den Tisch gehauen hat, sind alle gerannt.“

Nach dem Festakt gab es noch eine Überraschung: Die Lehrer der unterschiedlichsten Fächer bauten gemeinsam einen stilisierten originalgroßen Nachbau des ersten Benz, der in Zukunft alle im Eingangsbereich an die Benz-Schule erinnern wird.

Gabriele Loges, erschienen in der Schwäbischen Zeitung, am 22.11.2013

Mit zahlreichen Projekten und Aktivitäten ließen die Schülerinnen und Schüler das Leben und Wirken von Bertha Benz lebendig werden.