Betriebsbesichtigung bei der Firma Liebherr in Ehingen

Auf Einladung des Kollegen Markus Mauz trafen sich am Gründonnerstag Technische Lehrer aus dem gesamten Regierungspräsidium Tübingen bei der Firma Liebherr in Ehingen. Von der Bertha-Benz-Schule waren die Kollegen Bernd Sigg, Norbert Kanz, Armin Sülzle, Günter Lutz und Bruno Heißel mit dabei. Von einem ehemaligen leitenden Mitarbeiter wurden die Teilnehmer über den Konzern informiert. Die Schwerpunkte liegen im Baubereich sowie der Fertigung von Haushaltsgeräten. Der erste Teil der Führung führte in die Lehrwerkstatt, in der die Metallberufe Mechatroniker, Zerspanungs- und Industriemechaniker ausgebildet werden. Liebherr bietet aber auch Studiengänge in industriellen und kaufmännischen Berufen nach dem Ulmer Modell an.

Anschließend ging es in die Halle, in der alle Krane, welche in Ehingen gebaut werden, ihren Anfang finden. Hier werden die Bleche, die durchaus bis zu 200 mm dick sein können, mit Lasern, Plasmaschneidern und Schneidbrennern zugeschnitten und anschließend durch Kantmaschinen in ihre Form gebogen. Nach dem Richten und Reinigen der Oberflächen werden diese dann entweder mit Schweißrobotern oder auch an schwierigen Stellen von Hand zusammen geschweißt. Um Risse zu vermeiden, werden die Teile während des Schweißens einem sehr komplizierten  Wärmeprozess ausgesetzt. Nach dem Prüfen der Schweißnähte durch Farbeindringverfahren und mittels Ultraschall erfolgt die Grundierung aller Teile. Auf jeder geschweißten Baugruppe befindet sich eine Plakette, auf der sich der Schweißer mit seinem Stempel verantworten muss.

In den Montagehallen erfolgt die Montage der Teile in Fließbandfertigung vom 2-Achser bis zum 9-Achser, sodass täglich bis zu 8 Mobilkräne mit Hublasten von 35 – 1200 Tonnen Traglast das Werk verlassen. In der Firma herrscht eine sehr große Fertigungstiefe, selbst die Motoren bis zu 1000 KW Leistung werden innerhalb des Konzerns gefertigt. Die fertige Lackierung erfolgt erst dann, wenn auch die Finanzierung durch den Kunden gesichert ist. Nach dem ersten Teil der Führung war es Zeit für das Mittagessen, zu welchem die Firma eingeladen hatte.

Der zweite Teil der Besichtigung galt den riesigen Raupenkranen mit Traglasten bis zu 3000 Tonnen. Die Hubhöhe kann dabei bis 245 m und die Ausladung bis 200 m betragen. In den Fertigungshallen konnte man bei dem Bau von einzelnen Baugruppen eines LR13000, dem größten Raupenkran der Welt zuschauen. Zum Transport diese Krans sind ca. 60-80 Tieflader notwendig und es ist tatsächlich so, dass der Kran manchmal nur für das Heben einer Last auf- und abgebaut wird. Die Dimensionen der einzelnen Teile des Krans sind mehr als gigantisch, ebenso die Festigkeit des verwendeten Feinkornbaustahls, welcher eine Festigkeit von 1200 N/mm² aufweist.

Nach insgesamt 4,5 Stunden Betriebsbesichtigung machten sich die Teilnehmer wieder auf den Heimweg. 

Text: Bruno Heißel