Dessertbuch für den Alltag

Mit großem Erfolg konnte bereits 2013 der in Rulfingen beheimatete Günter Lutz, Bäckermeister und Technischer Lehrer an der Bertha-Benz-Schule Sigmaringen, sein erstes Backbuch veröffentlichen. Die Bertha-Benz-Schule ist eine  Gewerbliche, Ernährungs-und Sozialwissenschaftliche Schule in Sigmaringen, an der unter anderem Bäckerinnen und Bäcker und Bäckereifachverkäuferinnen und –verkäufer ausgebildet werden. Nach sechs Jahren, so Günter Lutz, wolle er ein neues Buch mit Desserts in Angriff nehmen und bis Ende des Jahres veröffentlichen. Bevor aber aus der Theorie die Arbeit zum eigentlichen Thema „Dessertbuch für den Alltag“ losgeht, müssen zuerst einmal Gespräche geführt werden, unter anderem mit dem Schulleiter der Bertha-Benz-Schule, Christian Roth. Und hier traf Lutz auf offene Ohren. Denn, so Roth, müsse man solche sozialen Engagements tatkräftig unterstützen, er freue sich heute schon auf das neue Buch. Derzeit läuft die Sondierungsphase, denn alle bisher gesammelten Rezepte, welche sich im Buche dann wieder finden, prüfte er zuerst einmal für sich selbst und überarbeite diese gegebenenfalls.

Christina Lutz, Madeleine Hehl, Jennifer, Günter und Elisabeth Lutz, Werner Weber, Susanne Zeller, Christiane Weber, Michaela Strobel, Reinhard Katzmann (v.l.)
Günter Lutz mit Schulleiter Christian Roth (rechts im Bild)

Vor den Erfolg haben bekanntlich die Götter den Schweiß gesetzt, diese Lebensweisheit beschäftigt derzeit auch Günter Lutz. Die Umsetzung der Rezepte erfordert ein Maß an Fachkompetenz, die er sich über die Jahre im Beruf und als praktischer Fachlehrer erworben hat. So darf Lutz die Räumlichkeiten der Lehrbackstube der Bertha-Benz-Schule in Sigmaringen für seine Backproben kostenfrei nutzen. Das Rohkonstrukt wie Massen und Teige erarbeitet er mit seinen Schülern aus der Bäckerklasse 1. Lehrjahr sowie einer Klasse aus dem Fachbereich Hauswirtschaft. Um die unterschiedlichsten und vielfältigsten Füllungen überhaupt kreieren zu können, bekam Lutz tatkräftige Unterstützung von zwei Kollegen, einer Bekannten sowie der eigenen Familie. Zum einen fungiert Werner Weber wie schon beim ersten Buch als Fotograf. Mit seiner Kamera hat er schon einmal die ersten köstlichen Leckereien abgelichtet.

Um eine breitgefächerte und objektive Beurteilung der unterschiedlichsten Desserts zu bekommen, lud Lutz seine Kollegen zu einer unverbindlichen Verkostung in die schulinternen Räumlichkeiten ein. Hier konnten die freiwilligen Tester ihre sensibilisierten Geschmacksnerven prüfen. Neben der optischen war auch die geschmacklich abgerundete Note gefragt und hier sollten die Vorkoster ihren persönlichen Augenschein sowie ihren eigenen Genussempfinden auf den ausliegenden Zetteln dokumentieren. Die persönliche und  objektive Bewertung, so Lutz, sei ihm ganz wichtig, denn nur so könne er sicher sein, dass die vorgegebenen Rezepte einen breiten Personenkreis ansprechen, was für die inhaltliche Zusammenstellung der Rezepte im Buch mit der wichtigste Baustein im Mosaik ist.

Man wird sehen, welche leckeren Köstlichkeiten nach der Auswertung tatsächlich im Buch erscheinen und ihren Platz gesichert haben. Die Bandbreite reicht von Schokoladen Mousse und Fruchtkrems über Quarkspeisen bis hin zu den Klassikern wie Milchreis und Kaiserschmarrn die in abgewandelten Rezepturen neue Geschmacksexplosionen und Freude beim Genießen bringen. Pikante Füllungen runden eine gutsortierte Rezeptauswahl ab.

Der aus dem Verkauf der Bücher erzielte Überschuss soll je zur Hälfte an die im Landkreis arbeitende „Angelo Stiftung“ sowie das „Elternhaus der Kinderkrebsstation“ in Tübingen übergeben werden. Günter Lutz definiert seine Motivation so, ein praktisches Handbuch als Unterstützung für soziale Projekte sei eine runde Sache. Er wünsche sich, dass der Verkauf dann  wieder so eine unterstützende Resonanz finde wie beim Weihnachtsgebäckbuch 2013.

Text und Fotos: Michael Jäger, Schwäbische Zeitung