Landwirte

 

Die Ausbildung im anerkannten Ausbildungsberuf Landwirt/in erfolgt wie in den meisten anderen Ausbildungsberufen – vom Handwerk über den Dienstleistungssektor bis hin zum Hightech-Bereich – hauptsächlich im dualen System. Dies bedeutet, dass die Ausbildung an zwei Lernorten erfolgt, an denen der gemeinsame Bildungsauftrag verwirklicht wird.

Während der Betrieb die praktische Ausbildung übernimmt, vermittelt die Berufsschule – neben der Erweiterung und Vertiefung der allgemeinen Bildung – hauptsächlich die theoretischen Kenntnisse, die zur Ausübung des Berufes erforderlich sind.

Die Ausbildung zum Landwirt erfolgt seit 1987 in zwei Stufen:

 

 Grundstufe:

Das erste Ausbildungsjahr erfolgt in der landwirtschaftlichen Vollzeitschule. Es werden hier breite Grundlagen in Praxis und Theorie gelegt, die der Entwicklung der Landwirtschaft zu markt- und ökologisch orientierten, zukunftsfähigen Unternehmensformen gerecht wird. Die praktische Ausbildung erfolgt sowohl in den Werkstätten der Schule als auch wohnortnah in Kleingruppen auf landwirtschaftlichen Betrieben

 

Fachstufen 1 und 2

Nach Abschluss der Vollzeitschule setzt der angehende Landwirt seine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb fort. Dabei besucht er die landwirtschaftliche Berufsschule in Teilzeitform. Dies bedeutet, dass die Azubis an der Berufsschule an ein bis zwei Tagen in der Woche unterrichtet werden.

 

Ziele des Unterrichts im Berufsfeld Agrarwirtschaft sind u.a.

 

  1. die biologischen, chemischen und fachspezifischen Grundlagen der Berufstätigkeit einsichtig machen

  2. grundlegende Arbeitstechniken im Umgang mit Pflanzen, Tieren, Maschinen und Geräten kennen, damit diese sachgerecht angewandt werden können

  3. die vielschichtigen Auswirkungen landwirtschaftlicher Produktion auf Ökologie und Lebensqualität einsichtig machen

  4. Kenntnisse vermitteln zur Produktion gesunder Nahrungsmittel und zur Erhaltung einer intakten Umwelt und Bereitschaft zur Umsetzung dieser Kenntnisse wecken

  5. Kenntnisse vermitteln über den sachgerechten Umgang mit Dünge- und Behandlungsmitteln und Einsicht zur Anwendung dieser Vorschriften

Stundentafel der Grundstufe

Stundentafel der Grundstufe

 

 

Die Fachstufen der landwirtschaftlichen Berufsschule (2. und 3. Jahr)

Allgemeines

 

 

  • die zweijährige Fachausbildung schließt sich an die Vollzeitschule an und erfolgt im Teilzeitunterricht d.h. die Schule wird begleitend zur betrieblichen Ausbildung an ein bis zwei Tagen in der Woche besucht

 

 

  • der Unterricht beschränkt sich i.d.R. im Zeitraum April bis Oktober auf einen Schultag pro Woche, während in den Wintermonaten ein zweiter Schultag dazu kommen kann

 

  • Aufgabe der Berufsschule ist es im Rahmen der Berufsausbildung als Partner der Ausbildungsbetriebe die fachtheoretischen Kenntnisse zu vermitteln sowie die allgemeine Bildung zu vertiefen und zu erweitern
  • dabei orientiert die Berufsschule die Ziele und Inhalte der berufsbezogenen Fächer an den beruflichen Qualifikationen gemäß der Ausbildungsordnung und an der betrieblichen Wirklichkeit 

 

 

Aufnahme

 

 

  • Voraussetzung ist ein gültiger Ausbildungsvertrag sowie der erfolgreiche Abschluss der landwirtschaftlichen Vollzeitschule

 

  • Auszubildende mit Hochschulreife/Fachhochschulreife oder einer abgeschlossenen Erstausbildung in einem anderen Beruf können eine Verkürzung der dreijährigen Ausbildung beantragen und beginnen ihre schulische Ausbildung in der Fachstufe

 

 

Stundentafel der Fachstufen

Stundentafel der Fachstufe

 

 

Abschluss 

 

  • es findet eine schriftliche Abschlussprüfung der Berufsschule in den folgenden Fächern statt

    • Deutsch
    • Gemeinschaftskunde
    • Wirtschaftskunde
    • pflanzlicher und tierischer Produktion

  

 

  • die Prüfungsergebnisse der Fächer Wirtschaftskunde, pflanzliche und tierische Produktion gehen als Teile ein in die Berufsabschlussprüfung der zuständigen Stelle ( Regierungspräsidium Tübingen bzw. Fachbereich Landwirtschaft im Landratsamt Sigmaringen – Ausbildungsberatung )

 

 

  • der Schüler erhält ein Berufsschulabschlusszeugnis

 

Anschlüsse

 

  • Berufstätigkeit in der landwirtschaftlichen Praxis als künftiger Betriebsleiter oder angestellte Fachkraft für Landwirtschaft

 

  • Fortbildung im landwirtschaftlichen Bereich durch den Besuch von z.B.

 

  • Fachschulen für Landwirtschaft 

 

  • Technikerschule Sigmaringen 

 

  • Lehrgänge zum Landwirtschaftsmeister

 

Fachbereichsleiter: Herr Arslantepe